Beim dritten Harheimer Kultursommer begeisterte Pantomime Herr von Bauch sogar Ministerpräsident Boris Rhein.
Normalerweise ist Harheim ruhig. Beschaulich. Überschaubar. Aber am 29. August 2026 war davon nichts zu spüren: Der Harheimer Kultursommer verwandelte den kleinen Frankfurter Stadtteil in ein riesiges Familienfest – mit Musik, Zirkus, Theater und jeder Menge selbst gebackenem Kuchen. Und das alles bei freiem Eintritt! Der Sound der Weltstadt macht eben auch in den Stadtteilen nicht halt.
Zum dritten Mal lud der Kulturverein Harheim zu seinem Kultursommer ein. Auf der Wiese Am Born drängten sich Biergarnituren, eine große Bühne, eine Spielwiese für kleine Zirkuskünstler und jede Menge hungriger Besucher zwischen Bratwurststand und Kartoffelsuppe. Der Verein kochte selbst, backte selbst und organisierte ein Programm, das vom Säugling bis zum Uropa alle begeisterte.
Schirmherr des Abends war Prof. Frank E.P. Dievernich, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, der gemeinsam mit seiner Frau Michaela Sadewasser-Dievernich vor Ort war. Stefan Quirin, zweiter Vorsitzender des Kulturvereins, hatte ihn bei einer IHK-Veranstaltung angesprochen – und direkt eine Zusage bekommen. „Da war ich echt baff“, so Quirin. Prof. Dievernich selbst machte bei seiner Ansprache gleich Lust auf mehr: „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir auch den vierten Harheimer Kultursommer unterstützen.“ Applaus garantiert!
Sein Lob für den Verein ließ keine Fragen offen: „Alle reden davon, wieder näher zusammenzurücken und statt übereinander miteinander zu reden. Der Kulturverein ist toll. Die babbeln nicht, die machen.“ Außerdem rief er die Harheimer dazu auf, sich beim Frankfurter Miteinander Fonds zu bewerben – mit bis zu 500 Euro für Projekte, die Menschen zusammenbringen.
Highlight des Nachmittags war eindeutig der Pantomime Herr von Bauch vom Kinderzirkus Zarakali. Ohne Schminke, aber mit einer Mimik und Gestik, die nichts ausließen, verzauberte er das Publikum. Er ließ Konfetti fliegen, baute Giraffen aus Zollstöcken und machte Handstände auf drei übereinander gestellten Klappstühlen. Sein spektakulärstes Kunststück: Er verschwand komplett in einem aufgepumpten Ballon – mal lugte ein Arm heraus, mal der Kopf, mal wurde er dicker, mal schmäler.
Auch Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) war als Gast vor Ort und sparte nicht mit Applaus. Prof. Dievernich brachte es auf den Punkt: „Der Clown ist mega.“ Herr von Bauch holte Kinder und Erwachsene auf die Bühne – nicht, um sie bloßzustellen, sondern um sie in seine Szenen zu integrieren. Zur Belohnung gab’s für die Kids eine rote Nase.
Während die Kleinen beim Zirkus-Workshop Teller auf Stöcken tanzen ließen, über ein echtes Drahtseil balancierten und das Jonglieren lernten, genossen die Erwachsenen ein Weinchen oder einen Apfelwein. Der gemischte Gospelchor Joyces & Young Voices brachte mit Gospel, Jazz und Popsongs a capella die Stimmung zum Kochen – kein Fuß blieb still, alle schunkelten mit.
Und wer dachte, der Tag wäre damit vorbei, der hatte sich geirrt: Am Abend sorgte das Kellertheater mit „Die Wunderübung“ nach Daniel Glattauer für Lacher. Die Komödie über zwei Eheleute im Psychokrieg, die ihre Beziehung in einer Therapiesitzung retten wollen, passte perfekt zur entspannten Atmosphäre auf der grünen Wiese.
So ein Fest spricht sich rum – und beim nächsten Mal werden noch mehr Leute kommen. Der Harheimer Kultursommer zeigt, was möglich ist, wenn ein Stadtteil zusammenhält und einfach macht. Kultur verbindet, bringt Nachbarn zusammen und macht Harheim zu einem besonderen Fleck in Frankfurt. Das beste Programm im Main-Gebiet entsteht eben manchmal genau dort, wo man es am wenigsten erwartet.






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