
Verkehrssicherheitstag an der Käthe-Kollwitz-Schule in Frankfurt: Viertklässler verteilten grüne und gelbe Karten an vorbildliche Autofahrer – mit Polizei und…
Was für eine Aktion vor der Käthe-Kollwitz-Schule in Frankfurt! Statt Bußgeldbescheid gibt’s hier Lob von Kinderhand – und das völlig zu Recht. Beim diesjährigen Verkehrssicherheitstag haben Viertklässler gemeinsam mit rund 20 Polizisten der Landes- und Stadtpolizei den Schulweg unter die Lupe genommen. Das Ergebnis? 37 Autofahrerinnen und Autofahrer durften sich über eine grüne oder gelbe Karte freuen – überreicht von neunjährigen Kids mit roter Polizeikelle in der Hand.
Zehn Viertklässler – erkennbar an ihren gelben Westen – waren direkt dabei. Zunächst ging es darum, den Schulweg selbst sicher abzugehen: links schauen, rechts schauen, wieder links – und dann ab über den Zebrastreifen an der West-Höchster Straße. „Das hat gut geklappt“, sagten Ava (9) und ihre Freundin Hiba (9) aus der Klasse 4b. Aber der eigentliche Höhepunkt kam noch.
Ein Blitzer maß die Geschwindigkeit von insgesamt rund 100 Autos. Wer mit weniger als 35 km/h unterwegs war, wurde in den Frankenthaler Weg gewunken – direkt vor den Schulhof der Käthe-Kollwitz-Schule. Dort warteten die Kinder schon ungeduldig auf dem Detmolder Platz. Ein paar machten Hüpfspiele, andere sangen Lieder. Und dann kam der Funkspruch: „Hyundai, grün!“ – und los ging’s.
Wer die 30 km/h nicht überschritten hatte, bekam die grüne Karte. Wer etwas flotter unterwegs war, aber noch unter 35 km/h blieb, erhielt gelb. Lina (9) aus der 4c durfte selbst mit der Kelle winken und der Autofahrerin die grüne Karte durchs Seitenfenster reichen. Ein leises „Danke“ – Auftrag erledigt!
Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) brachte es auf dem Schulhof auf den Punkt: „Verkehrssicherheit ist nicht wie Essen mit Messer und Gabel; man lernt es und dann kann man es – sondern man muss sich jedes Mal neu richtig verhalten.“ Das gelte für Kinder genauso wie für Erwachsene. „Die wissen, was richtig ist, aber sie machen es nicht immer.“
Und die Zahlen zeigen: Das ist kein leeres Gerede. Im vergangenen Jahr wurde beim Verkehrssicherheitstag ein Elternteil mit Kindern im Auto mit 81 km/h in der 30er-Zone erwischt. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 10.500 Autos gemessen – etwa jedes fünfte war zu schnell.
Erik Hessenmüller, Abteilungsleiter „Einsatz“ im Polizeipräsidium, erklärt: „Wir machen das jährlich, immer am Mittwoch nach Schulbeginn, und organisieren es abwechselnd. Mal die Polizei, mal die Stadt.“ Der Schauplatz wechselt dabei jedes Jahr. Für die Käthe-Kollwitz-Schule war es also eine echte Premiere.
Die Idee kommt an – zumindest bei denen, die die grüne Karte bekommen haben. „Ich finde das richtig gut“, sagte eine Autofahrerin nach ihrer Begegnung mit Lina, „schließlich habe ich ja auch die grüne Karte bekommen.“ Klingt nach einem Konzept, das Schule macht – im besten Sinne!
Verkehrssicherheit vor Frankfurter Schulen geht uns alle an. Ob Kind oder Erwachsener: Tempo runter, Augen auf – der Sound der Weltstadt klingt am schönsten, wenn alle sicher ankommen.


Das MAK Frankfurt zeigt mit „On Display



Das MAK Frankfurt zeigt mit „On Display

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