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Frankfurter Tatort: So entsteht der neue Krimi am Ostbahnhof

Dreharbeiten zum Frankfurter Tatort: Am Ostbahnhof entstehen die neuen Folgen mit Edin Hasanović und Melika Foroutan – wir werfen einen Blick hinter die…

Redaktion
·
29. Juli 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Monat

Action, Liegestütze und Parfüm – Dreharbeiten in Frankfurt laufen auf Hochtouren

Klappe, die vierte! Am ehemaligen Telekom-Gebäude am Frankfurter Ostbahnhof laufen gerade die letzten Dreharbeiten zum neuen Frankfurter Tatort. Und wer dabei sein darf, erlebt hautnah, wie viel Arbeit, Herzblut und – ja, auch Liegestütze – in einem der beliebtesten Krimiformate Deutschlands stecken. Radio Frankfurt war neugierig und hat geschaut, was hinter den Kulissen passiert.

Das Ermittlerduo: Azadi und Kulina lösen Cold Cases

Seit 2025 ermitteln Maryam Azadi und Hamza Kulina im Frankfurter Tatort – gespielt von Melika Foroutan und Edin Hasanović. Die beiden lösen gemeinsam ungelöste Verbrechen aus der Vergangenheit, sogenannte Cold Cases. Ihr erstes Abenteuer „Dunkelheit“ wurde bereits mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Die Jury lobte dabei besonders den Blick auf Opfer und Angehörige sowie das Zusammenspiel des neuen Duos.

Jetzt sind die Dreharbeiten zur vierten Folge in vollem Gange. Der Arbeitstitel lautet „Vier Finger“, die Ausstrahlung ist für Sonntag, den 22. November, um 20.15 Uhr geplant. In der neuen Episode glaubt eine Frau, einen Mann wiederzuerkennen, der seit einem Bombenanschlag Ende der 1990er Jahre als vermisst gilt. Azadi und Kulina stoßen dabei auf ein politisch motiviertes Attentat gegen die iranische Opposition in Deutschland – für Azadi wird der Fall diesmal besonders persönlich.

Drehort: Ein ganzes Gebäude für den Tatort

Für acht Wochen hat das ehemalige Telekom-Gebäude am Frankfurter Ostbahnhof als Hauptquartier der Produktion gedient. Im Keller befindet sich das Ermittlerbüro von Azadi und Kulina – bewusst dunkel gehalten, mit Nebel in der Luft und einem großen Stadtplan an der Wand. Passend zu Fällen, bei denen die Vergangenheit immer wieder in die Gegenwart zurückkehrt.

Erster Aufnahmeleiter Robert Hertel schwärmt von dem besonderen Vorteil des Gebäudes: „Wir haben lange nach so einem Ort gesucht.“ Bis zum nächsten Drehjahr kann nahezu alles stehen bleiben. Im Erdgeschoss warten Komparsen auf ihren Einsatz, daneben reihen sich Räume für Requisiten, Kostüm, Maske und Logistik aneinander.

42 Grad, 500 Komparsen und ein Hund namens Kuno

Die Produktion hat es in sich: Insgesamt 40 Drehtage sind für zwei Folgen angesetzt. 45 verschiedene Motive wurden bespielt – von Innenräumen bis zu Außenszenen in Frankfurt, Neu-Isenburg und im Taunus. Für eine einzige Szene wurden 80 Komparsen in einem eigens angemieteten U-Bahn-Waggon eingesetzt. Insgesamt waren rund 500 Komparsen an beiden Folgen beteiligt.

Und dann war da noch das Wetter. „Wir hatten mitunter 42 Grad“, erzählt Hasanović. Gerade Außendrehs in der Innenstadt seien oft eine Herausforderung, sagt Hertel. „Das ist häufig ein Kampf.“ Manchmal stecke hinter zehn Sekunden Film ein halber Drehtag – etwa wenn für eine Rückblende in die 1980er Jahre eine Telefonzelle aufgebaut werden muss.

Für etwas Leichtigkeit sorgt Hasanovićs Hund Kuno, der geduldig auf sein Herrchen wartet – mal im Büro des Aufnahmeleiters, mal bei Melika Foroutan in der Garderobe.

Rituale, Rap und intensive Gefühle

Wie kommt man als Schauspieler in eine solche Rolle? Hasanović hat seine ganz eigenen Methoden. Vor jeder Szene macht er Liegestütze – und riecht an einem Parfüm. „Dann fühle ich mich Hamza näher“, erklärt er. Bei Außenszenen hört er vorher französischen oder arabischen Rap, den er nicht versteht. „Aber dieses Gefühl brauche ich.“

Dieser vierte Fall hat ihn jedoch mehr als sonst mitgenommen. „Eigentlich nehme ich meine Rolle nicht mit nach Hause“, sagt er. „Dieses Mal aber war es anders.“ Gerade in den ersten drei Wochen habe er gemerkt, dass die Geschichte etwas mit ihm mache. Vor allem die Beziehung zwischen den beiden Ermittlerfiguren habe ihn verunsichert. „Was ich spiele, hat mich irgendwie verunsichert.“ Mehr darf er nicht verraten – nur so viel: Er wird angelogen.

Auch Foroutan beschreibt die neuen Folgen als besondere Herausforderung. „Unsere Figuren sind emotional verwickelt und persönlich betroffen“, sagt sie. Zwischen den Einstellungen zieht sie sich lieber in ihre Garderobe zurück und geht die Texte noch einmal durch.

Noch bis November – dann gehört der Tatort euch!

Parallel zu „Vier Finger“ wurden auch die letzten Szenen der fünften Folge mit dem Arbeitstitel „Nebel“ abgedreht. Produzent Jochen Laube von der Sommerhaus-Filmproduktion, dessen Firma den Pitch des Hessischen Rundfunks für das neue Frankfurter Tatort-Team vor vier Jahren gewonnen hatte, betonte, dass jede Folge eine eigene Stimmung haben soll. Regie führte bei den aktuellen Dreharbeiten Andreas Prochaska.

Und noch eine besondere Note zum Schluss: Foroutan und Hasanović wollen „Vier Finger“ nicht vorab sehen. Sie möchten die fertige Folge erst dann schauen, wenn sie auch für das Publikum ausgestrahlt wird. Der Sound der Weltstadt Frankfurt – am 22. November könnt ihr ihn im Tatort erleben. Jetzt reinhören auf radiofrankfurt.de, wenn es um alles geht, was Frankfurt bewegt!

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