In Frankfurt-Hausen fordern 250 Haushalte bis zu 60.000 Euro von Mainova zurück – wegen jahrelang fehlender Warmwasserzähler.
In Frankfurt-Hausen brodelt es gerade gewaltig. Rund 250 Haushalte in der Langweidenstraße haben jahrelang zu viel für ihre Heizkosten gezahlt – weil die Warmwasserzähler einfach fehlten. Statt den tatsächlichen Verbrauch zu messen, wurde der Verbrauch per Formel geschätzt. Das ist laut Betroffenen und Mitgliedern der Linken schlicht nicht rechtmäßig. Und jetzt kommt die Quittung: Bis zu 60.000 Euro sollen an die betroffenen Mieterinnen und Mieter zurückfließen.
Klare Ansage von Janine Wissler (Linke), Frankfurter Bundestagsabgeordnete, die sich persönlich vor Ort in die Langweidenstraße gestellt hat: „Holt euch das Geld zurück! Diese Abzocke muss gestoppt werden.“ Gemeinsam mit Mieterinnen und Mietern will sie Druck auf den Energieversorger Mainova ausüben und ein deutliches Zeichen setzen.
Auch Stadtverordneter Deniz Avan (Linke) macht keinen Hehl aus seiner Empörung: „Warum nehmen sie den Leuten das Geld aus der Tasche? Einige hier müssen jeden Euro umdrehen.“ Und genau das ist der Kern des Problems: Für viele Bewohnerinnen und Bewohner machen 200 oder 300 Euro bereits einen riesigen Unterschied im Alltag.
Konkret geht es darum, dass in der betroffenen Wohnsiedlung jahrelang keine verpflichtenden Warmwasserzähler angebracht wurden. Stattdessen wurden die Heizkosten auf Basis einer Schätzformel berechnet – was laut Oliver (Linke), der seinen Nachnamen nicht öffentlich nennen möchte, „nicht mehr rechtmäßig“ ist. Auf die Frage, warum die Zähler so lange fehlten, antwortete Mainova-Pressesprecherin Ulrike Schulz mit „nicht nachvollziehbaren Gründen“. Die Zähler seien schließlich am 27. August angebracht worden.
Mainova selbst erklärt, dass alle bislang vorliegenden, berechtigten Anträge auf Rückerstattung aus der Siedlung bereits bearbeitet und die Gutschriften geleistet wurden. Doch einige Bewohnerinnen und Bewohner widersprechen dieser Darstellung – sie sagen, ihr Geld sei noch nicht angekommen.
Das Gute: Betroffene Mieterinnen und Mieter haben das Recht auf eine Rückerstattung von 15 Prozent ihrer Heizkostenabrechnung. Die Linke hat dafür eigens eine Mietenkampagne in Frankfurt-Hausen gestartet – und verteilt vor Ort die nötigen Formulare sowie kostenlose Heizkosten-Checks.
Daniela Mehler-Würzbach, Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der Linken, bringt es auf den Punkt: „Wenn ich meine eigene Nebenkostenabrechnung durchgehe, weiß ich teilweise auch nicht, was richtig oder falsch darin ist.“ Deshalb erkenne man oft die eigenen Ansprüche gar nicht erst. Insgesamt sind rund 300 Haushalte in der Langweidenstraße betroffen. Mehler-Würzbach fordert die Stadt auf, sich für eine pauschale Rückzahlung einzusetzen – damit niemand auf den zusätzlichen Kosten sitzen bleibt.
Besonders bewegend: Bewohner wie Gharam Yorgy helfen aktiv mit und füllen Formulare für ältere Nachbarinnen und Nachbarn aus, die damit Schwierigkeiten haben. Als Dankeschön gibt es Schokolade – und ganz viel Dankbarkeit. „Wir haben auch viele ältere Leute, die damit Schwierigkeiten hätten“, sagt er. Ein echter Zusammenhalt, der zeigt: Frankfurt-Hausen lässt niemanden allein.
Auch ein Bewohner, der erst durch die Versammlung von dem Missstand erfahren hat, zeigt sich betroffen: „Ich fühle mich verarscht.“ Gleichzeitig freut er sich über die Unterstützung durch Nachbarn und die Kampagne – und hofft jetzt auf eine schnelle Rückerstattung.
Die Sache in Frankfurt-Hausen zeigt: Es lohnt sich, genau hinzuschauen – und gemeinsam für seine Rechte einzustehen. Wenn ihr in der Langweidenstraße wohnt oder jemanden kennt, der betroffen sein könnte: Formulare holen, Heizkosten-Check machen und das Geld zurückfordern. Der Sound der Weltstadt kennt keine Abzocke!






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