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Erlebniswanderung zur Burgruine Hardeck: 50 Abenteurer schnaufen bergauf!

50 Teilnehmer erkundeten die Burgruine Hardeck bei einer Erlebniswanderung im Wetteraukreis. Hier erfährst du alles über Geschichte, Geologie und ein tolles…

Redaktion
·
11. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 4 Wochen

Geschichte hautnah erleben – im Büdinger Land!

Heimatkunde mal anders: Statt im Klassenzimmer raus in die Natur – und das mit richtig viel Geschichte unterm Arm! Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich am Freitagabend auf den Weg zur Burgruine Hardeck gemacht. Eingeladen hatte der Verein zur Erhaltung der Burgruine Hardeck, und das Ziel war klar: Geschichte erlebbar machen. Das beste Programm im Main-Gebiet kennt keine Grenzen – auch nicht die des Wetteraukreises!

Bergauf, immer bergauf!

Los ging’s für die meisten Teilnehmer am Sportplatz in Orleshausen. Von dort führte die rund vier Kilometer lange Route in nur eine Richtung: bergauf! Erste Zwischenstation war die Vogelschutzhütte der Natur- und Vogelschutzgruppe Orleshausen. Als alle dort eingetroffen waren, blies Waldemar Bähr – in historischem Gewand – ins Horn. Ein Signal, das an diesem Abend noch mehrfach ertönen sollte.

Bähr nahm die Gruppe mit auf eine echte Zeitreise: Er erklärte die Aussicht auf Seemenbachtal, Wolfsbachtal und Hölzbachtal, sprach über die Geologie des Ronneburger Hügellands mit seinen vulkanischen Schloten – und machte deutlich, warum dieser Höhenrücken als Standort für eine Burg schlicht perfekt war. Denn genau diese natürlichen Gegebenheiten nutzten die Erbauer: Der Schlotkopf wurde abgebrochen, die Steine verbaut, die Schlacke zur Befestigung genutzt.

Mittelalter, Preußen und ein österreichischer General

Die Burgruine Hardeck liegt rund vier Kilometer südwestlich von Büdingen, im Wald zwischen Orleshausen und Calbach. Erstmals urkundlich erwähnt wird sie 1289. Im 14. Jahrhundert gelangte die Burg in den Besitz der Ysenburger, 1405 ist sie als Amtssitz des Büdinger Gerichts belegt. Mit der Verlegung des Amtssitzes nach Büdingen im 15. Jahrhundert verlor die Hardeck ihre Bedeutung – und 1517 wurde sie bereits als zerfallen bezeichnet.

Das endgültige Aus kam 1796: Auf Befehl des österreichischen Generals Franz Anton Freiherr von Elsnitz wurde die Ruine gesprengt, um Steine für den Straßen- und Brückenbau zu gewinnen. Die beiden Sprengmeister kassierten dafür je zehn Gulden – belegt durch eine Rechnung von 1798. Oben auf der 296 Meter hohen Bergkuppe angekommen, wurde schnell klar, warum eine Eroberung dieser Burg ein echtes Kraftakt gewesen sein muss. Vereinzelt war deutliches Schnaufen zu hören – und wer sich dabei einen Angriff in voller Ritterrüstung vorstellte, verstand den Rest sofort!

Waldemar Bähr beleuchtete den Ort in verschiedenen Epochen: Er sprach über Christianisierung, über Preußen und Habsburger, über Franken und Römer. Eine lebendige Geschichtsstunde unter freiem Himmel – besser geht’s kaum.

Der Verein kämpft gegen den Verfall

Heute zeugen vor allem Mauerreste, ein markanter doppelter Ringwall sowie ein tiefer Halsgraben von der einstigen Anlage. Der innere Burgwall hatte eine Länge von etwa 200, der äußere von etwa 340 Metern. Grabungen brachten zahlreiche Funde aus dem 13. bis 16. Jahrhundert zutage.

Der 2012 gegründete Verein zur Erhaltung der Burgruine Hardeck setzt sich seitdem für die Bewahrung dieses besonderen Ortes ein. Teile des Fundaments wurden gesichert, die alten Mauerreste sind noch begehbar. Doch Bäume wachsen in und um die Mauern – ihre Wurzeln sprengen die Reste der Hardeck Stück für Stück. Ein Wettlauf gegen die Zeit.

Pizza und kalte Getränke als verdientes Finale

Das erneute Erklingen des Horns läutete den Rückweg ein – zur Freude aller bergab! An der Vogelschutzhütte in Orleshausen warteten Pizza und kalte Getränke auf die Gruppe. Beim gemütlichen Beisammensein wurde fleißig über das Erlebte, historische Ereignisse und urkundliche Erwähnungen geplaudert – gelebte Heimatkunde eben. Genau das ist der Sound der Weltstadt: neugierig, nah dran und voller Geschichten!

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