Elterntaxis gefährden Kinder auf dem Schulweg – das zeigen aktuelle Zahlen aus 2025. Wir erklären, warum Laufen die sicherere Wahl ist.
Viele Eltern meinen es nur gut, wenn sie ihre Kleinen jeden Morgen mit dem Auto vor die Schule kutschieren. Doch genau das kann gefährlich werden – und zwar nicht nur für die eigenen Kinder! Die Landesverkehrswacht Hessen schlägt zum neuen Schuljahr Alarm und fordert Eltern auf, das Elterntaxi stehen zu lassen.
Zum Einschulungstag an der Henri-Dunant-Schule in Sossenheim wurde das Thema direkt auf die Straße gebracht: Zwei Verkehrshelfer mit gelben Warnwesten sicherten den Zebrastreifen auf der Schaumburger Straße, während Verkehrsminister Kaweh Mansoori sowie Gerhard Brink und Burkhard Nipper vom Vorstand der Landesverkehrswacht Hessen gemeinsam mit den Kindern die Straße überquerten. Brink erklärte den ABC-Schützlingen dabei direkt: „Die Autofahrer müssen halten, auch wenn nur ein Kind da steht.“ Sein Tipp für mehr Sicherheit am Zebrastreifen: ausgestreckter Arm, offene Handfläche – klares Stoppsignal an die Autofahrenden.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Laut Statistischem Bundesamt verunglückten 2025 rund 29.270 Kinder unter 15 Jahren im Straßenverkehr – das sind sieben Prozent mehr als im Vorjahr mit 27.260 Verunglückten. Besonders erschreckend: Die Zahl der getöteten Kinder stieg von 53 im Jahr 2024 auf 74 im Jahr 2025.
Und jetzt kommt der Teil, der wirklich zum Nachdenken bringt: Die meisten dieser tödlichen Unfälle ereigneten sich nicht zu Fuß oder auf dem Fahrrad – sondern im Auto. 31 Kinder starben 2025 als Insassen in einem Pkw, gegenüber 21 im Jahr 2024. Auf dem Fahrrad kamen 13 Kinder ums Leben (2024: 8), auf E-Scootern stieg die Zahl von 0 auf 4. Verkehrswachtpräsident Brink bringt es auf den Punkt: „Auf dem Schulweg verunglücken mehr Kinder im Eltern- oder Großelternauto als zu Fuß.“
Das Problem ist doppelt: Elterntaxis gefährden nicht nur die eigenen Kinder im Auto, sondern auch alle anderen, die den Schulweg zu Fuß meistern. Wer kurz vor der Schule hält, schafft unübersichtliche Situationen – besonders dann, wenn die Zufahrt ohnehin schwierig ist. An der Henri-Dunant-Schule in Sossenheim wurden extra Schranken eingebaut, damit Eltern nicht bis aufs Schulgelände fahren. Denn: Die Zufahrt liegt in einer Kurve und ist damit besonders unübersichtlich.
Schulleiter Ulrich Grünenwald kennt das Problem aus dem Alltag: „Wir haben leider ganz viele Elterntaxis.“ Baulich sei kaum mehr möglich – deshalb setze er vor allem auf Vernunft und Aufklärung bei den Eltern.
Die Statistik zeigt außerdem: 6- bis 14-Jährige verunglücken im Straßenverkehr besonders häufig montags bis freitags zwischen 7 und 8 Uhr – also genau dann, wenn der Schulweg stattfindet. Das macht deutlich, wie wichtig es ist, Kinder gut auf diese Situation vorzubereiten.
Das Ziel muss sein, Kinder auf ihrem Schulweg selbstständig werden zu lassen. Und das funktioniert nur mit Zeit, Geduld – und vor allem mit Übung. Brinks Appell an alle Eltern: „Und das geht nur mit Üben, Üben, Üben!“ Unfälle zu verhindern sei nicht Aufgabe der Schule, sondern der Eltern.
Die Botschaft ist klar: Wer sein Kind liebt, lässt das Elterntaxi stehen. Denn der sicherste Schulweg ist der, den Kinder selbst kennen und selbst meistern können. Jetzt reinhören bei Radio Frankfurt – wir bleiben am Puls Frankfurts!






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