
Daljinder Malagrino vom Café Libretto in der Hasengasse zieht Stammgäste aus Mainz und Wiesbaden nach Frankfurt – mit Herzblut, Qualität und 48 Jahren…
Frankfurt hat viele tolle Cafés und Restaurants – aber nur wenige schaffen es, Stammgäste aus Mainz, Wiesbaden und Aschaffenburg anzulocken. Daljinder Malagrino (65) tut genau das. Sein Café Libretto in der Hasengasse mitten in der Frankfurter Innenstadt ist mehr als ein Lokal – es ist eine Institution. Und das Erfolgsrezept? Denkbar simpel: „Weil man jeden Tag selbst da ist. Von morgens bis abends.“
Malagrino ist seit 1979 in Deutschland und hat sein Leben der Gastrowelt verschrieben. Angefangen hat er mit 10 Jahren im Café Liebfrauenberg, danach folgten 18 Jahre im Café Mozart – und seit 20 Jahren steht er täglich im Café Libretto hinter der Theke. Etwas anderes kann er sich schlicht nicht vorstellen: „Das Schönste, was es gibt, ist Kundschaft, die zufrieden ist.“
Erst seit einem Jahr gönnt sich der gebürtige Inder überhaupt einen Ruhetag – den Sonntag. Aber auch da ist er noch vor Ort. Einkauf, Buchhaltung, Vorbereitung, Sauberkeit: Vieles, was im Hintergrund passiert und für Gäste unsichtbar bleibt, kostet viele Stunden Arbeit. Sein Motto: „Was man mit Herzblut macht, läuft.“
Das Café Libretto ist kein anonymer Gastrobetrieb – es ist durch und durch Familienangelegenheit. Sohn Luca (23) ist seit drei Jahren fest mit dabei und hat frischen Wind ins Lokal gebracht: modernere Gerichte, eine leicht veränderte Terrasse. An starken Tagen läuft der Jungmann buchstäblich bis zu 40.000 Schritte. Tochter Laura (26) arbeitet zwar woanders, kommt aber trotzdem jeden Tag vorbei. Und Ehefrau Elena (56), die Malagrino einst im Café Mozart kennengelernt hat, gehört nach 37 Jahren Ehe natürlich auch zur Libretto-Familie. „Es ist ein echter Familienbetrieb hier“, sagt der Gastronom sichtlich stolz.
Zusammen mit vier Mitarbeitern kümmern sie sich um 100 Plätze innen und 100 Plätze auf der Terrasse – die selbstverständlich mit viel Liebe zum Detail gestaltet ist. Rosa und lila Blumen, puschelige Gräser, Wein und Bäume wachsen rund um die Terrasse. Um die blühende Pracht kümmert sich Malagrino höchstpersönlich.
Qualität ist für Malagrino keine Floskel. Salat und Gemüse kauft er in der Kleinmarkthalle oder auf dem Erzeugermarkt – das Beste ist gerade gut genug für seine Stammgäste. „Außerdem ist die Kleinmarkthalle nebenan“, sagt er mit einem Augenzwinkern.
Auch gegenüber seinem Personal hat er eine klare Haltung: Während Corona hat er seine Leute gehalten – und alle sind zurückgekehrt. „Das Personal ist wie Familie, vom Spüler bis an die Bar.“ Lieferanten und Mitarbeiter zahlt er pünktlich, auf fette Autos legt er keinen Wert. Dafür umso mehr auf ein Lokal, in das die Gäste gern wiederkommen.
Eine besondere Verbindung hat das Café Libretto auch zur Stadtbibliothek: Über eine große Durchreiche können Bibliotheksbesucher im Lesecafé Getränke wie Kaffee oder Softdrinks und Snacks bestellen. „Das läuft prima und alle mögen es“, so Malagrino.
Stammkunden kommen längst nicht nur aus Frankfurt, sondern auch aus Mainz, Wiesbaden und Aschaffenburg. Wenn Malagrino mal kurz nicht im Lokal ist, fragen die Gäste sofort nach ihm. „Sie wären beleidigt, wenn ich sie nicht begrüßen würde.“ Das ist Frankfurter Gastfreundschaft auf höchstem Niveau – und der Sound dieser Stadt, den man auch im Main-Gebiet kennt und liebt.
„Für mich ist es immer wieder schön, wenn neue Gäste da sind und ‚Wow‘ sagen, wenn ihnen die Teller vorgesetzt werden. Das ist für mich Belohnung und Freude pur.“ Wer das nächste Mal in der Hasengasse vorbeikommt, sollte unbedingt reinschauen – und Daljinder Malagrino die Hand schütteln. Er wird da sein. Versprochen.






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