Zwölf Mädchen haben eine Unterführung in Eschborn mit Graffiti neu gestaltet. Wie das Projekt entstanden ist und wer dahintersteckt, erfährst du hier.
Eine Unterführung an der Hanny-Franke-Anlage in Eschborn hat ein richtig fettes Upgrade bekommen! Eine Woche lang haben zwölf Kinder und Jugendliche mit Spraydosen, Kreativität und jeder Menge Teamgeist die zuvor wenig ansehnlichen Betonwände in ein buntes Kunstwerk verwandelt. Und das Besondere: Alle zwölf Teilnehmenden waren Mädchen – im Alter von 9 bis 19 Jahren.
Mittendrin: Emely, 15 Jahre alt, die mit weißer Farbe aus der Spraydose den Schriftzug „People on the Street“ perfektioniert. Das Motto des diesjährigen Workshops prangt nun auf einer der Wände – kreativ ergänzt durch eine Hochhaussilhouette und farbenfrohe Symbole und Figuren. Einfach war das aber nicht: Am schwierigsten war es laut Emely, alle Buchstaben auf die gleiche Größe zu bringen. Aber sie hat es drauf!
Geleitet wurde der Workshop von Graffiti-Künstler Vincent, Künstlername „Vinnie de Poeh“. Der 27-Jährige hat die Mädchen am ersten Tag mit dem Thema vertraut gemacht und ihnen erklärt, wie sie Proportionen einschätzen können. Was dann folgte, hat ihn sichtlich begeistert: „Sie sind direkt in den Flow gekommen.“ Die meisten Ideen kamen von den Teilnehmerinnen selbst – Vincent musste kaum eingreifen. „Ich musste nur minimale Denkanstöße geben“, sagt er.
Der Ablauf war dabei klar strukturiert: Erst eine Skizze auf Papier, dann die Umrisse auf die Wand übertragen, und schließlich Schicht für Schicht mit Farbe füllen. Für die meisten war es der erste Graffiti-Workshop überhaupt – und alle waren sofort dabei!
Besonders kreativ wurden Nika und Nora, beide 11 Jahre alt: Die beiden haben sich von Computerspielen inspirieren lassen und zwei „Kirbys“ sowie eine Figur aus dem Spiel „Hollow Knight“ auf die Wand gebracht. „Es hat viel Spaß gemacht“, sagen sie. Und das merkt man dem Ergebnis an!
Emely hat gemeinsam mit Enna (11) und Emmi (12) außerdem den Schriftzug des „TGS Eschborn“ auf der Wand verewigt – einem Verein, in dem alle drei aktiv tanzen. Und zwar auf hohem Niveau: Mit der Turniergruppe „Firestars“ landete Emely zuletzt bei den Deutschen Meisterschaften auf dem Siegertreppchen und wurde Vierte in Europa.
Organisiert hat den Workshop Michael Eberhardt, Sozialpädagoge und Leiter des Sozialraum-Projekts Eschborn von Caritas und der katholischen Pfarrei Heilig Geist. Das Projekt ist in der katholischen Christ-König-Gemeinde angesiedelt, richtet sich aber an alle Menschen im Stadtteil. Anfangs war Eberhardt skeptisch, ob die breite Altersspanne von 9 bis 19 Jahren funktionieren würde – doch die Gruppe hat ihn mehr als überzeugt: „Sie haben einander gut unterstützt. Eine war für die andere da.“
Auch Vincent sieht in dem Graffiti-Projekt mehr als nur Kunst an der Wand: „Es geht darum, Ästhetik zu erleben.“ Und darum, wie Kunst Menschen verbinden kann – eine Message, die in Eschborn jetzt wortwörtlich in Farbe an der Wand steht.
Der Workshop in der Unterführung an der Hanny-Franke-Anlage war bereits der dritte seiner Art – zwei Workshops aus den Vorjahren wurden damit fortgesetzt. Und Michael Eberhardt hat schon das nächste Ziel im Blick: Nur wenige Meter weiter wartet ein weiterer Fußgängertunnel. Der könnte laut Eberhardt auch ein wenig Farbe gut vertragen – schmunzelnd, versteht sich. Wir sind gespannt!






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