
Brennendes Känguru in Bockenheim: Die Frankfurter Grünen kämpfen mit Kunst und Infos für Hitzeschutz als soziale Gerechtigkeit in Frankfurt.
Ein brennendes Känguru mitten in Bockenheim – das zieht Blicke an! Am Carlo-Schmid-Platz haben die Frankfurter Grünen am Samstag einen Infostand aufgebaut und dabei eine echte Hingucker-Skulptur mitgebracht: das bunte Känguru des Karnevalskünstlers Jacques Tilly mit dem brennenden Schweif und der Aufschrift „Klima ist nicht verhandelbar“. Ihr kennt die Figur vielleicht schon von Demonstrationen der letzten Jahre. Jetzt macht sie Station in Frankfurt – und das passt gerade besser denn je.
„Die Skulptur ist ein klares Symbol für das, was passiert“, erklärt Burkhard Schwetje, Grünen-Kreisverbandssprecher, „gerade vor dem Hintergrund der vielen Waldbrände in Europa.“ Und wer an diesem frühen Nachmittag auf dem heißen Pflaster in Bockenheim unterwegs war, wusste genau, wovon er spricht. Die Flugblätter der Grünen trugen die Botschaft „Frankfurt wird heißer“ – eine Aussage, die früher vielleicht als Party-Slogan durchgegangen wäre, heute aber bitterernst gemeint ist.
Kreisverbandssprecherin Tara Moradi verteilte grüne Windräder an Passantinnen und Passanten – symbolisch, aber mit einer klaren Botschaft dahinter: Der Klimawandel muss endlich einen viel größeren Platz in der öffentlichen Diskussion bekommen.
Der Stand am Carlo-Schmid-Platz, direkt neben dem Bockenheimer Depot und dem Begrünungsprojekt „Carlo“ zur World-Design-Capital-Kampagne, sollte zeigen, wie Frankfurt sich auf steigende Temperaturen vorbereiten kann. Dabei geht es den Grünen um mehr als Klimaschutz im Allgemeinen. „Wir müssen in Frankfurt entsiegeln und kühle Orte schaffen. Das ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit“, betonen sie klar.
Denn: Für Menschen mit wenig Geld ist Hitzeschutz deutlich schwieriger zu organisieren als für Wohlhabende. Schwetje bringt es auf den Punkt: „Öffentlicher Hitzeschutz ist gelebte Sozialpolitik.“ Ob die neue Mehrheit im Römer da mitzieht? „Ich sehe eine Offenheit in den Koalitionsparteien“, sagt Schwetje vorsichtig optimistisch.
Eine Passantin – in der Presse nur als Silke bekannt – fotografierte begeistert das brennende Känguru. Mit der richtigen Perspektive schien es sogar am Messeturm zu knabbern. „Das passt gut hier, in der Nähe von Senckenberg“, sagte sie. Auf die Frage, ob sie unter der Hitze leidet, kam die Antwort prompt: „Auf jeden Fall. Man flüchtet, aber man kann nicht mal mehr in die Wälder, weil sie zu trocken sind.“ Silke war in Afrika – und ist überzeugt: Es entwickelt sich hier klimatisch in dieselbe Richtung.
Die Frankfurter Grünen wollen trotz aller ernsten Botschaften nicht nur Angst machen. „Wir wollen nicht immer nur die Katastrophenerzählung, sondern eine positive Zukunftserzählung“, sagt Schwetje. Frankfurt kann cooler werden – im wörtlichen Sinne. Mehr Grün, mehr Schatten, mehr kühle Orte für alle. Das ist der Sound, den die Stadt jetzt braucht. Jetzt reinhören – auf die Stimmen, die Frankfurt lebenswerter machen wollen!


Das MAK Frankfurt zeigt mit „On Display



Das MAK Frankfurt zeigt mit „On Display

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