
Baugenehmigungen in Frankfurt sinken 2026 erneut um 8,2 Prozent – die Wohnungsbaukrise hält an. Wir zeigen, wo es dennoch Hoffnung gibt.
Die Hoffnung war kurz – doch der Frankfurter Wohnungsbau steckt weiter tief in der Krise. Noch im Juni gab es vorsichtigen Optimismus: Die Baugenehmigungen hatten sich von einem niedrigen Niveau aus um 40 Prozent erholt. Doch diese positive Entwicklung hat sich nicht gehalten. Neue Zahlen des Statistischen Landesamts zeigen: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 wurden in Frankfurt nur Baugenehmigungen für 1.551 Wohnungen erteilt – das sind 8,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Von einer echten Wende ist Frankfurt damit weit entfernt.
Auch ein Blick auf die Fertigstellungen macht wenig Mut: Im Jahr 2025 wurden lediglich 3.772 Wohnungen in Frankfurt fertiggestellt – elf Prozent weniger als im Jahr davor. Dazu kommt, dass die Umsätze im hessischen Wohnungsbau im ersten Halbjahr 2026 um 9,2 Prozent auf 506 Millionen Euro gesunken sind. Das spricht eine klare Sprache: Dynamik sieht anders aus.
Noch vor wenigen Jahren war das Stadtbild geprägt von Baukränen und wachsenden Hochhäusern. Die Genehmigungszahlen erreichten teils Rekordwerte. Doch die Corona-Krise und der Überfall Russlands auf die Ukraine setzten dem Boom ein jähes Ende. Seither kämpft die Branche mit massiv gestiegenen Kosten – und ein Ende ist nicht in Sicht. Selbst kommunale Unternehmen wie die ABG Frankfurt Holding wissen kaum noch, wie sie bezahlbaren Wohnraum schaffen sollen.
Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es dennoch: Im Hilgenfeld, im Norden der Stadt, scheint ein neues Projekt richtig Fahrt aufzunehmen. Rund 860 Wohnungen sind dort geplant – und das Besondere daran: 40 Prozent davon sollen Sozial- und Mittelstandswohnungen werden, also genau die Wohnformen, die in Frankfurt am dringendsten gebraucht werden. Denn erschwinglicher Wohnraum ist selbst in den besten Bauboom-Jahren kaum entstanden. Die Zahl der Sozialwohnungen ist deshalb über Jahre stetig gesunken. Nur durch den teuren Kauf von Belegungsrechten ist es der Stadt nun erstmals seit Jahrzehnten gelungen, den tatsächlich vermittelbaren Bestand leicht zu erhöhen.
Zwar entstehen im Stadtgebiet noch immer Tausende Wohnungen in Bau – zum Beispiel im Frankfurter Gallus, wo die Hellerhöfe mit 542 Wohnungen und einem Bürohochhaus wachsen. Doch Spatenstiche für wirklich neue Projekte gab es zuletzt kaum. Die Lücke zwischen dem, was Frankfurt braucht, und dem, was tatsächlich gebaut wird, bleibt riesig.
Dass das Gallus-Viertel derweil mehr zu bieten hat als Baustellen, zeigt ein anderes Frankfurter Thema aus der Gegend: In einem früheren Beitrag haben wir bereits über die Kita Kleyerstraße und ihren Kampf um den Deutschen Kitapreis 2026 berichtet. Die Einrichtung aus dem Gallus steht als einzige hessische Kita unter den Top 8 – ein echtes Zeichen dafür, dass im Viertel trotz aller Baukrise auch Lebensqualität entsteht und gelebt wird.
Die Zahlen sind eindeutig: Frankfurt braucht dringend mehr Wohnungsbau – und vor allem mehr bezahlbaren. Solange die Kosten so hoch bleiben und Genehmigungen sogar zurückgehen, wird sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt kaum entspannen. Die Stadt ist gefordert, gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft Lösungen zu finden, damit nicht nur Projekte wie die Hellerhöfe oder das Hilgenfeld entstehen – sondern wieder echte Bewegung in den Frankfurter Wohnungsmarkt kommt. Der Sound der Weltstadt verdient auch ein Dach über dem Kopf für alle, die hier leben wollen.


Das MAK Frankfurt zeigt mit „On Display



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