Die Minigolfanlage in Seulberg ist wegen Asbestbefalls sofort geschlossen worden. Alle 18 Bahnen müssen entsorgt werden – die Zukunft der Anlage ist ungewiss.
Schlechte Nachrichten für alle Minigolf-Fans rund um Friedrichsdorf: Die Minigolfanlage an der Landwehrstraße in Seulberg ist geschlossen – und das auf unbestimmte Zeit. Der Grund ist alarmierend: Asbest. Mitten in der Hochsaison und ausgerechnet während der Sommerferien müssen alle 18 Bahnen dichtgemacht werden. Für rund 1.000 Besucher, die die Anlage laut dem städtischen Sport- und Kulturamt jedes Jahr anlockt, ist das ein echter Dämpfer.
Das Ganze kam eher durch Zufall ans Licht. Ein Sachverständiger, der die Anlage im April dieses Jahres wegen möglicher Stolperfallen unter die Lupe genommen hatte, empfahl der Stadt, die aus Faserzement bestehenden Bahnen auf Asbest untersuchen zu lassen. Eine anschließende Laboruntersuchung bestätigte dann den Verdacht: Asbestfasern wurden nachgewiesen.
Die Bahnen stammen aus den 1970er-Jahren – einer Zeit, in der Asbest noch ganz selbstverständlich verbaut wurde. Erst seit 1993 ist die Herstellung und Verwendung des krebserregenden Gefahrstoffs in Deutschland verboten. Das Problem: In einigen Bahnen klaffen bereits Risse, durch die Asbestfasern freigesetzt werden und in die Luft gelangen könnten. Ein untragbares Risiko für Groß und Klein.
Jonas Steinert, Leiter des städtischen Sport- und Kulturamts, gibt offen zu: „Wir hatten keinen Schimmer von Asbest.“ Seit seinem Antritt im Jahr 2019 könne er sich nicht erinnern, dass die Anlage jemals begutachtet worden sei. Auch eine gesetzliche Prüfpflicht sei ihm nicht bekannt gewesen.
Auf die Frage, ob es Alternativen zur kompletten Entsorgung gebe, ist die Antwort eindeutig: keine. Eine Versiegelung des Betons? Nicht erlaubt – wegen des sogenannten Überdeckungs- und Überbauungsverbots. Die Bahnen einfach stehen lassen? Möglich, aber spielen lassen kann die Stadt dort niemanden mehr. „Es gibt keine Alternative“, sagt Steinert. Alle 18 Bahnen müssen nun von einer Fachfirma fachgerecht entsorgt werden.
Zu den entstehenden Kosten kann Steinert derzeit noch keine Angaben machen – eine entsprechende Kostenaufstellung wird gerade erstellt. Und auch die Zukunft der Anlage liegt komplett in der Luft. „Ich kann weder sagen, dass die Anlage erneuert wird, noch, dass es das mit Minigolf war“, erklärt der Amtsleiter. Diese Entscheidung liege nun bei der Stadtpolitik. Steinert selbst räumt ein, dass die Anlage „in die Jahre gekommen“ sei und mit anderen Anlagen in der Region nicht mehr mithalten könne.
In den sozialen Netzwerken macht sich angesichts der Hiobsbotschaft verständlicher Frust breit. Eine Facebook-Nutzerin schreibt: „Das ist keine gute Nachricht, denn vermutlich ist kein Geld für eine neue da. Viele Kindergeburtstage oder einfach mal ab und zu ein bisschen Spaß beim Einlochen für Amateure gehen verloren.“ Andere zeigen sich fassungslos, dass der Asbestbefall nicht früher entdeckt wurde: „Das fällt einem nach 50 Jahren ein?“
Steinert zeigt Verständnis für den Ärger: „Hinterher ist man immer schlauer.“ Die Minigolfsaison, die normalerweise von April bis Oktober läuft, findet damit in diesem Jahr ein abruptes Ende – wie es weitergeht, bleibt abzuwarten. Wir halten euch auf dem Laufenden!

„Die unsichtbare Stadt



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