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Achtmal geputzt, ein Loch bleibt: Der Kampf um die Weed in Pohl-Göns

In Pohl-Göns reinigt Ortsvorsteher Martin Jung die Weed bereits achtmal – doch ein Loch im Estrichboden bleibt, weil die Stadt nicht reagiert.

Redaktion
·
9. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Monat

Ein Mann, ein Becken, acht Reinigungen – und noch immer kein Gehör

Stell dir vor, du reinigst dasselbe Becken achtmal in einem einzigen Jahr – und das mitten in der Sommerhitze. Genau das macht Martin Jung, Ortsvorsteher in Pohl-Göns im Wetteraukreis. Die Weed, ein traditionelles Wasserbecken im Dorf, ist für die Bewohnerinnen und Bewohner längst mehr als nur ein netter Blickfang: Sie ist Treffpunkt, Erfrischungsstation und lebendiger Teil des Dorflebens. Doch der Estrichboden hat ein Loch – und die Stadtverwaltung reagiert bisher nicht.

Die Weed: Mehr als nur Wasser

Die Weed in Pohl-Göns erfüllt gleich mehrere wichtige Aufgaben. In den zurückliegenden trockenen Wochen nutzten viele Dorfbewohner das Wasser zum Gießen ihrer Gärten. Landwirt Thomas Schepp aus Griedel versorgt damit sogar seine Rinder, die auf der Pohl-Gönser Heide hinter dem Sportplatz weiden. Und dann ist da natürlich noch die ganz entspannte Nutzung: Tagsüber planschen die Kinder aus dem Ort im kühlen Nass, gegen Abend halten die Älteren ihre Beine hinein und genießen das natürliche Kneipp-Erlebnis.

Auch Radfahrerinnen und Radfahrer aus Gambach sowie „Stammbadegäste“ aus Niederkleen und dem Degerfeld machen gerne Halt an der Weed für eine kurze Erfrischung. Kein Wunder also, dass das Becken sogar in der „Karte der kühlen Orte“ des Wetteraukreises vermerkt ist – einer Übersicht, die schattige Plätzchen und Abkühlmöglichkeiten in der Region zeigt.

Martin Jung macht es möglich – fast im Alleingang

Dass die Weed überhaupt in einem vorzeigbaren Zustand ist, liegt vor allem an Martin Jungs persönlichem Einsatz. Seit vielen Jahren reinigt er das Becken immer wieder und hält den Platz rund um die Weed sauber. Bei der jüngsten Reinigung bekam er tatkräftige Unterstützung von Jano und Lino Lugert. Die beiden Jungs nutzten die Gelegenheit auch gleich, um ihren Ortsvorsteher mit einer wichtigen Frage zu konfrontieren: Warum ist die Weed eigentlich so kaputt – und warum passiert nichts gegen das Loch im Estrichboden?

Eine Antwort konnte Jung ihnen leider nicht geben. Und er bittet daher auch um Verständnis, dass Hundehalter ihre Vierbeiner nicht im Becken baden lassen – der Zustand des Beckens ist schon jetzt angespannt genug.

Der Ortsbeirat wartet – das Rathaus schweigt

Seit einigen Jahren versucht der Ortsbeirat Pohl-Göns immer wieder, mit der Stadtverwaltung sowie den Bürgermeistern Michael Merle und Sascha Huber ins Gespräch zu kommen – über eine mögliche Aufwertung der Weed. Bisher ohne Erfolg. Dabei sind die Probleme rund um das Becken längst nicht nur optischer Natur: Feuchte Keller bei Nachbarn, verstopfte Abflüsse und regelmäßig auf den Gehweg überlaufendes Wasser, das im Winter gefriert, zeigen, dass Handlungsbedarf besteht.

Architektin und stellvertretende Ortsvorsteherin Anna-Lena Schilken will nach dem Festjahr 2027 planerische Ideen für den Platz am Springerweg entwickeln. Mit konkreten Konzepten und der Bereitschaft zu Eigenleistungen aus der Dorfgemeinschaft hoffen die Pohl-Gönser auf ein offenes Ohr im Rathaus – damit die Weed das bleibt, was sie für alle ist: ein schöner, lebendiger Begegnungsort mitten im Dorf.

Fazit: Lokales Engagement braucht Rückenwind

Was Martin Jung in Pohl-Göns zeigt, ist echtes Herzblut für die eigene Heimat. Achtmal reinigen, Jahr für Jahr – das ist kein Job, das ist Leidenschaft. Doch ehrenamtliches Engagement kann und sollte nicht dauerhaft die Lücken füllen, die eine träge Verwaltung hinterlässt. Die Weed verdient mehr als ein Pflaster – sie verdient eine echte Lösung. Wir bleiben dran!

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