Pfarrerin Petra Lehwalder verabschiedet sich nach 13 Jahren aus Nieder-Erlenbach und Harheim. Ihr Abschiedsgottesdienst findet am 29. August in Frankfurt statt.
Frankfurt verliert eine der engagiertesten Gemeindepfarrerinnen im Nordosten der Stadt: Petra Lehwalder verabschiedet sich nach 13 Jahren aus ihren Gemeinden in Nieder-Erlenbach und Harheim. Mit 66 Jahren geht sie in den wohlverdienten Ruhestand – und hinterlässt zwei Stadtteile, die sie nachhaltig geprägt hat. Ihr Abschiedsgottesdienst findet am 29. August um 14 Uhr in der Nieder-Erlenbacher Kirche statt, mit Entpflichtung durch Dekanin Stefanie Brauer-Noss. Danach gibt es einen Sektempfang im Kirchgarten.
Als Lehwalder 2013 ihre Doppel-Pfarrstelle in den beiden Frankfurter Stadtteilen antrat, war es für sie sofort klar: Hier gehört sie hin. Nieder-Erlenbach mit seiner klassischen Dorfkirche, dem Gemeindezentrum mit alter Eiche und dem Kirchgarten auf der einen Seite – und das eher katholisch geprägte Harheim mit seiner modernen evangelischen Kirche am Rand einer Wohnsiedlung auf der anderen. Zwei Stadtteile, die erst 1972 zu Frankfurt eingemeindet wurden, und doch so verschieden.
In Harheim lag ihr Fokus vor allem auf der evangelischen Kita und den Martinsumzügen für die Kleinsten. In Nieder-Erlenbach gestaltete sie Kerb-Gottesdienste, Oster- und Himmelfahrtsgottesdienste im Kirchgarten und im Obsthof Schneider. Dazu kamen gemeindliche Kinder- und Jugendarbeit sowie viele ökumenische Projekte, die die beiden Stadtteile zusammenbrachten.
Petra Lehwalder ist keine typische Pfarrerin, die ihren Weg früh eingeschlagen hat. Aufgewachsen in einem streng katholischen Elternhaus, fand sie in Martin Luther eine Alternative – und in dem Gedanken, dass auch der sündige Mensch von Gott geliebt wird. Sie studierte zunächst Pädagogik in Marburg, bevor ein Praktikum in der Jugend- und Drogenberatung in Gießen und der Tod ihrer Mutter sie zu den großen Fragen des Lebens führten. Ihr Entschluss war klar: Theologie-Studium und Übertritt in die evangelische Kirche. „Wenn ich etwas tue, dann ganz und gar“, sagt sie über sich selbst.
Nach dem Vikariat in der Frankfurter Sankt Petersgemeinde startete sie als Schulpfarrerin – zunächst an der Bergiusschule, später an der Berta-Jourdan-Schule. Mit Zusatzqualifikationen in Supervision, klinischer Seelsorge und Familientherapie wuchs sie fachlich stetig weiter. Als klassische Gemeindepfarrerin gilt sie dennoch als Spätberufene: Erst durch eine Pfarrvertretung 2009 in der Hoffnungsgemeinde und den dortigen Konfirmandenunterricht entflammte die Begeisterung für die Gemeindearbeit neu.
Lehwalder und ihr Mann werden künftig eine neue Wohnung im Frankfurter Norden suchen. Das bisherige Gemeindezentrum in Nieder-Erlenbach wird aufgegeben und durch einen kleineren Anbau ersetzt. Die Vertretung übernehmen Pfarrerin Helena Malsy in Nieder-Erlenbach und Svenja Purst in Harheim.
Doch ganz loslassen? Das kommt für Petra Lehwalder nicht infrage. Sie will in der Kantorei der Nieder-Erlenbacher Gemeinde weiterhin singen – und offen bleiben, wohin Familie, Kinder und Enkel sie führen. Denn mit 66 Jahren, da fängt das Leben an.
Wir sagen Danke, Petra Lehwalder – für 13 Jahre Herzblut im Frankfurter Nordosten! 💛






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