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720 Kilometer, 23 Tandems, ein Ziel: Frankfurt – Die Euro-Tandem-Tour 2026 ist unterwegs!

Die Euro-Tandem-Tour 2026 bringt 23 Teams mit sehenden und sehbehinderten Radlern auf 720 km nach Frankfurt. Am 5.

Redaktion
·
24. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 3 Wochen

Gemeinsam in die Pedale – ein Inklusionsprojekt der besonderen Art

Stell dir vor: Du sitzt auf einem Fahrrad, trittst kräftig in die Pedale – und kannst dabei nichts sehen. Du vertraust blind auf die Person vor dir, die lenkt, bremst und schaltet. Genau das erleben vom 30. August bis zum 5. September 2026 Dutzende mutige Menschen bei der Euro-Tandem-Tour 2026. 23 Tandem-Teams radeln dabei rund 720 Kilometer mit 6.500 Höhenmetern durch Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz – und machen Frankfurt zu ihrem großen Ziel!

Start in Seligenstadt, Ziel: der Frankfurter Römerberg

Los geht die Tour auf dem historischen Marktplatz in Seligenstadt. Nach mehreren Etappen und knapp einer Woche auf dem Sattel rollen die Teams dann am 5. September direkt in die Frankfurter Innenstadt ein. Am Römerberg werden sie von Christiane van den Borg, Leiterin der Stabsstelle Inklusion der Stadt Frankfurt, und Florian Schneider, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenbundes Hessen e.V. (BSBH), empfangen. Ein Ankommen, das Gänsehaut garantiert!

Die 46 Teilnehmenden kommen aus ganz Deutschland, aber auch aus der Schweiz, Finnland und Großbritannien. Sie alle tragen ein gelbes Gewinner-Trikot und fahren die gesamte Strecke gemeinsam unter Begleitschutz der Polizei. Der älteste blinde Stoker ist stolze 84 Jahre alt – die jüngste Co-Pilotin erst 24. Das zeigt: Bei diesem Projekt zählt nicht das Alter, sondern der gemeinsame Wille.

Ein Projekt mit Geschichte und Herz

Die Euro-Tandem-Tour wird in diesem Jahr bereits zum 14. Mal von der HEM Schwerger-Stiftung organisiert. Maren Schwerger, die selbst von der seltenen Netzhauterkrankung Retinitis pigmentosa betroffen ist, erklärt das Herzstück des Projekts so: „Es ist ein europaweites Inklusionsprojekt von, mit und für Menschen mit Sehbeeinträchtigung – vorwiegend mit Makuladegeneration.“

Ihren Anfang nahm die Idee bereits 1998, als ihr Vater Horst Schwerger – ebenfalls von Retinitis pigmentosa betroffen – eine Tandemtour von Berlin nach Bonn organisierte. Das Ziel damals: auf seltene Netzhauterkrankungen aufmerksam machen und Spenden für die Forschung sammeln. Einer der ganz besonderen Momente folgte 2008, als die Tour von Mainz nach Rom führte – mit einer anschließenden Audienz beim Papst.

Heute hat sich der Fokus gewandelt. „Wir sammeln keine Spendengelder mehr für die Erforschung seltener Netzhauterkrankungen, sondern stellen den Lebensalltag mit Blindheit jeden Ursprungs in den Mittelpunkt“, so Maren Schwerger, die auch 2026 wieder hinter ihrem Piloten Dirk Meyer-Jürgens im Sattel sitzt.

Inklusion, die man spürt

Schirmherrin der Tour ist Verena Bentele, zwölffache Paralympics-Gewinnerin im Biathlon und Langlauf und heutige Präsidentin des Sozialverbandes VDK. Ihre Botschaft ist klar: „Das Inklusionsprojekt zeigt, dass wir gemeinsam mehr schaffen als allein. Auf dem Tandem tragen alle mit ihrer Kraft und Energie etwas zur Gesamtleistung bei.“

Entlang der Route kooperiert die Tour mit Partnern wie dem Blindenwerk in Hagen, der Pro Retina in Bonn, der puraVita in Nassau und dem BSBH. In den Kommunen werben die Teams aktiv für mehr Engagement in Sachen Inklusion – zum Beispiel mit einer Tastführung im Limburger Dom.

Über die Jahre haben sich viele unvergessliche Geschichten angesammelt: Zum Beispiel die eines jungen Polizisten, der für eine krebskranke, erblindete Frau namens Adelheid nicht nur Pilot war, sondern auch Erzähler von Landschaften und Menschen. Oder die Bürgermeisterin, die ihren Empfang mit der Einleitung „Bilder sagen mehr als Worte“ startete – und damit für reichlich Gelächter und Protest sorgte.

Frankfurt als Ziel – und als Zeichen

Dass die Tour ausgerechnet in Frankfurt endet, ist kein Zufall. Die Stadt gehört zu jenen, die sich politisch zum Abbau von Barrieren im realen wie digitalen Leben verpflichtet haben. Die Euro-Tandem-Tour macht genau solche Versprechen sichtbar – und pedaliert lautstark für deren Umsetzung.

Also, Frankfurt: Seid dabei, wenn am 5. September 23 Tandems am Römerberg ankommen! Drückt den Teams die Daumen und zeigt, dass unsere Stadt für Inklusion brennt. Das ist der Sound der Weltstadt – laut, gemeinsam und voller Energie!

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