Das Landesjugendsinfonieorchester Hessen feiert 50 Jahre mit einem großen Jubiläumskonzert am 9. August im hr-Sendesaal.
Es begann bescheiden – und wurde zu etwas Großem: Im Sommer 1976 trafen sich 30 klassikbegeisterte Jugendliche in Schlüchtern, viele von ihnen Preisträger bei „Jugend musiziert“, um gemeinsam zu spielen und ein kleines Konzert vorzubereiten. Heute, 50 Jahre später, feiert das Landesjugendsinfonieorchester Hessen (LJSO) sein Jubiläum – und das mit einem Konzert, das sich gewaschen hat! Der Sound der Weltstadt trifft auf den Orchesternachwuchs der Region: Das ist Klassik, wie sie lebendiger kaum sein könnte.
Was 1976 mit einer Handvoll Jugendlicher startete, hat sich zu einem echten Ausbildungsorchester entwickelt. Heute zählt das LJSO 126 junge Musikerinnen und Musiker zwischen 13 und 22 Jahren aus ganz Hessen. „Wir verstehen uns als Fortbildungsmaßnahme“, erklärt Jens Bastian, Geschäftsführer der Jungen Musik Hessen. „Unsere Mitglieder können bei uns die große symphonische Arbeit kennenlernen.“
Um dabei zu sein, müssen sich die Talente in der Regel selbst bewerben – oder sie werden dem Orchester als Hoffnungsträger vorgeschlagen. Zweimal im Jahr gibt es Vorspieltermine, bei denen eine Jury aus Dozenten von Musikschulen über die Aufnahme entscheidet. Aufgenommen werden laut Bastian die Bewerber, „die uns überzeugen und mit der sehr anspruchsvollen Musik nicht überfordert sind“. Besonders gesucht werden aktuell Musikerinnen und Musiker, die Klarinette, Bratsche, Oboe, Fagott oder Kontrabass spielen.
Das LJSO ist gut vernetzt: Profis von der Frankfurter Hochschule für Musik, Theater und Tanz, dem Dr. Hoch’s Konservatorium und der Akademie für Tonkunst Darmstadt begleiten die jungen Talente. Dreimal im Jahr treffen sich die Mitglieder zu zweiwöchigen Proben. Besonders eng ist die Verbindung zum hr-Sinfonieorchester, das sogar die Patenschaft für das LJSO übernommen hat.
Der bekannteste Ehemalige des Orchesters ist der gebürtige Darmstädter Simon Höfele. Der 32-Jährige spielt mittlerweile weltweit als Solist mit renommierten Orchestern und gilt als einer der wichtigsten Trompeter der jüngeren Generation. Er wird in diesem Jahr gemeinsam mit dem LJSO bei Konzerten in Bad Homburg und Bad Vilbel auf der Bühne stehen – eine echte Heimkehr!
Das große Highlight steigt am 9. August im Sendesaal des Hessischen Rundfunks. Für diesen besonderen Anlass wurde extra ein Ehemaligen-Orchester gegründet. Insgesamt werden rund 130 Musikerinnen und Musiker verschiedener Generationen auf der Bühne stehen – unter der Leitung von Professor Nicolás Pasquet, dem langjährigen Chefdirigenten des LJSO.
Das Programm kann sich sehen lassen: Am Vormittag spielt das Ehemaligen-Orchester lateinamerikanische Rhythmen von Ginastera und Márquez sowie Paul Hindemiths eindrucksvolle Sinfonie „Mathis der Maler“. Am Nachmittag übernimmt das LJSO – mit Béla Bartóks Konzert für Orchester steht ein Meisterwerk der Moderne auf dem Programm. Einfach ein Muss für alle Klassik-Fans im Main-Gebiet!
Wer das Jubiläumskonzert verpasst, hat noch weitere Chancen, das LJSO live zu erleben. Das beste Programm im Main-Gebiet wartet mit diesen Terminen:
Vom kleinen Treffen in Schlüchtern bis zum großen Jubiläumskonzert im hr-Sendesaal – das LJSO hat in 50 Jahren bewiesen, dass klassische Musik jung, lebendig und aufregend sein kann. Wer den Orchesternachwuchs aus Hessen live erleben will, sollte sich die Termine schnell sichern. Jetzt reinhören – und hingehen!

„Die unsichtbare Stadt



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