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2,3 Millionen Euro für ein Netz: Frankfurt streitet über Kunstwerk an der Konstablerwache

2,3 Millionen Euro für ein Netz-Kunstwerk an der Konstablerwache – Frankfurt diskutiert heiß über Kosten, Direktvergabe und Prioritäten in der Kulturpolitik.

Redaktion
·
29. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Wochen

Ein buntes Netz – und jede Menge Diskussionsstoff

Hängt da wirklich ein Kunstwerk für 2,3 Millionen Euro über der Konstablerwache? Ja, genau das ist passiert – und Frankfurt redet drüber! Die Installation „A Sky Full of Hope – Earthtime 1.78 Frankfurt“ der US-Künstlerin Janet Echelman sorgt seit ihrer Aufhängung vor einigen Wochen für ordentlich Zündstoff in der Stadt. Der Sound der Weltstadt hat eben viele Töne – und dieser hier ist ziemlich laut.

Was steckt hinter dem Netz-Kunstwerk?

Das bunte Netz über der Konstablerwache ist Teil der World Design Capital (WDC) – einem Projekt, das Frankfurt als Weltstadt des Designs präsentieren soll. Die Finanzierung, das macht Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) deutlich, ist zweckgebunden und wurde von den Stadtverordneten beschlossen. Das Geld sei ausschließlich für Installationen im öffentlichen Raum vorgesehen gewesen – eine andere Verwendung sei schlicht nicht möglich gewesen.

Besonders brisant: Die Stadt hat das Werk ohne Ausschreibung direkt an Echelman vergeben. Hartwig rechtfertigte diese Direktvergabe damit, dass die Künstlerin mit ihren Netzen einem „einzigartigen Konzept“ folge und das Werk eine „ganz spezifische Aufgabe“ erfülle. Gleichzeitig betonte sie, dass solche Direktvergaben die Ausnahme bleiben müssen.

Die Kritik aus der Politik ist deutlich

Nicht alle in Frankfurt sehen das so entspannt. Aus mehreren politischen Lagern hagelt es Kritik – und die hat es in sich:

  • Isabel Schnitzler (FDP) bringt es auf den Punkt: „Die Menschen haben dafür kein Verständnis.“ Die Stadt müsse andere Prioritäten setzen.
  • Thomas Bäppler-Wolf (Die Frankfurter) stört sich daran, dass Geld für das teure Netz vorhanden ist, während mehrere freie Theater laut der neu verabschiedeten Theaterförderung mit weniger Geld auskommen müssen.
  • Michael Müller (Linke) kritisiert „mangelnde Transparenz“ bei der Auswahl der Künstlerin und fragt direkt: „Warum sind Sie nicht den Weg eines Wettbewerbs gegangen?“
  • Christian Becker (CDU) schließt sich an und hätte sich ebenfalls „mehr Transparenz“ gewünscht.

Auf der anderen Seite steht Türkân Kanbıçak (SPD), die das Kunstwerk als Chance für „Kulturgenuss und Teilhabe für die gesamte Stadtgesellschaft“ sieht.

2,3 Millionen Euro – was steckt dahinter?

Die Summe klingt erstmal heftig – und das ist sie auch. Die 2,3 Millionen Euro decken dabei eine dreijährige Leihe sowie den mehrfachen Auf- und Abbau der Installation ab. Ob das gerechtfertigt ist, darüber lässt sich streiten – und genau das tut Frankfurt gerade.

Was denkst du?

Kunst im öffentlichen Raum ist immer auch eine Frage der Haltung: Was darf Kultur kosten? Und wer entscheidet das? Das bunte Netz über der Konstablerwache macht jedenfalls eines ganz sicher – es lässt niemanden gleichgültig. Schau’s dir selbst an und bilde dir deine Meinung! Und wenn du wissen willst, was in Frankfurt sonst noch los ist: Jetzt reinhören – das beste Programm im Main-Gebiet wartet auf dich!

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